Drei Ebenen
Keller, Theke, Dachsalon – drei Tempi
Zwischen Gewölbe, Theke und Dachsalon liegen zwei Treppen – und trotzdem sind es drei Häuser mit eigenem Takt.
Das Haus war bis in die Sechziger eine Kellerei; im Gewölbe lagen Fässer, wo heute achtundzwanzig Plätze stehen. Wir haben Bruchstein und Gewölbe gelassen und nur Küche, Licht und Lüftung neu gemacht. Ganz oben, unter dem Dachstuhl, liegt ein Salon, der erst um halb zehn aufmacht.
Zwischen Gewölbe, Theke und Dachsalon liegen zwei Treppen – und trotzdem sind es drei Häuser mit eigenem Takt.
Sieben Gerichte, jeden Dienstag neu geschrieben. Vorproduziert wird nichts; was auf dem Markt am Vormittag nicht überzeugt, steht abends nicht auf der Tafel.
Silvaner von zwei fränkischen Weingütern, dazu vierzehn Positionen an der Theke, fünf davon ohne Alkohol. Ohne Anfrage zugänglich, solange etwas frei ist.
Zwei Tische ab 21:30 Uhr, Zutritt ab 18 Jahren. Im Casino stehen keine Automaten, es läuft keine Musik und an den Balken hängt kein Bildschirm.
Kein Platz wird an einem Abend zweimal besetzt. Das kostet uns Umsatz und den Gästen den mahnenden Blick um halb zehn.
An der Theke im ersten Stock, mit fester Auswahl und einer Absprache zehn Tage vorher.
Fünf Minuten vom Dom, die Haltestelle liegt an der Ecke, das Parkhaus in derselben Straße.
Vier Zahlen, an denen sich der ganze Betrieb ausrichtet – andere Kennzahlen führen wir nicht.
Unverändert übernommen, nur die Namen sind gekürzt.
Sieben Gerichte, klare Ansage, jedes davon auf den Punkt. Dass der Tisch den ganzen Abend uns gehört, hört man an der Lautstärke im Keller.
Das Gewölbe schluckt erstaunlich viel. Wir haben zu zweit geredet, ohne ein einziges Mal lauter zu werden.
Wir wollten nur ein Glas Silvaner an der Theke und wurden bedient wie Gäste, die drei Gänge bestellt hatten. Das ist selten geworden.
Oben unterm Dach war es wirklich still. Die Regeln kamen vor der ersten Runde, die Grenzen hingen am Tisch – genau so gehört sich das.
Eine kurze Tafel ist keine Sparmaßnahme, sondern die Bedingung dafür, dass jedes Gericht am Abend gleich gut aus der Küche kommt. Was darauf steht, entscheidet der Markt am Vormittag – nicht ein Plan, den wir im Januar geschrieben haben.
Für Theke und Dachsalon gilt dasselbe: zwei Tische statt sechs, vierzehn Positionen statt achtzig. Wenig, das jeden Abend trägt, ist uns lieber als viel, das nur auf dem Papier funktioniert.